Nominierte 2010

Die Nominierten 2010

Die Jury nominierte sechs Brücken für den Deutschen Brückenbaupreis 2010 – Bauwerke in Stralsund, Wurzen, Mühlberg, Bremerhaven, Eichstätt und Sassnitz gehören zu den landesweit schönsten neuen Brücken

Sechs herausragende Brücken sind in der engeren Auswahl für den Deutschen Brückenbaupreis 2010. Dies haben die Auslober, die Bundesingenieurkammer (BIngK) und der Verband Beratender Ingenieure (VBI), heute in Berlin mitgeteilt. Jeweils drei Bauwerke aus den Kategorien „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ sowie „Fuß- und Radwegbrücken“ wurden aus insgesamt 27 Wettbewerbsbeiträgen von einer Jury namhafter Brückenxperten ausgewählt.

Kategorie „Straßen- und Eisenbahnbrücken“

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Elbebrücke Mühlberg
Vorgeschlagener Ingenieur: Dipl.-Ing. Wolfgang Eilzer

Mit der neuen, 700 m langen Elbebrücke bei Mühlberg wurde eine schwierige Aufgabe gut gelöst. Das inzwischen als „Auge von Mühlberg“ bekannte Bauwerk überzeugt dank der gelungenen Kombination aus schlichter Eleganz und innovativer Konstruktionsidee. Dank der im Strombereich dadurch möglichen Stützweite von 144 m erfüllt die neue Elbequerung auch die ökologischen Vorgaben optimal.
Begründung der Jury

 

 Muldebruecke-Wurzen-2010-Seitenansicht-4 Muldebruecke-Wurzen-2010-NachtansichtBrueckenbaupreis, 2010

Muldebrücke bei Wurzen
Vorgeschlagener Ingenieur: Prof. Dr.-Ing. Heinz Schmackpfeffer

Der ca. 500 m langen Muldebrücke bei Wurzen gelingt es wie selbstverständlich, das flache Muldetal zu queren, ohne die Landschaft zu dominieren – dank einer vergleichsweise kleinen Überbauhöhe trotz der großen Stützweite. Möglich macht dies der schlüssig aus dem Überbau „herauswachsende“ Zügelgurt-Fachwerkträger, der dem Bauwerk seine unverwechselbare Gestalt verleiht. Dafür wurde die Idee des im 19. Jahrhunderts gebräuchlichen Zügelgurt-Stahlfachwerks mit modernen Bautechniken weiterentwickelt:
Begründung der Jury

 

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Rügenbrücke (Strelasundquerung)
Vorgeschlagene Ingenieure: Dr.-Ing. Karl Kleinhanß, Prof. Dr.-Ing. Heinz Schmackpfeffer und Dipl.-Ing. Gregor Gebert

Die neue Rügenbrücke ist ein insgesamt harmonisch gestaltetes Bauwerk, das trotz seiner beträchtlichen Größe eine gewisse Leichtigkeit ausstrahlt. Von den Stralsundern wurde die Brücke bei der Verkehrsfreigabe sofort als neues Wahrzeichen der Stadt gefeiert. Ihre einem Großsegler nachempfundene Gestalt ist im Hinblick auf das mittelalterliche Stadtbild der durch den Unesco-Weltkulturerbe-Status geschützten Hansestadt gut gelungen.
Begründung der Jury

 

Kategorie „Fuß- und Radwegbrücken“

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Altmühlbrücke Eichstätt
Vorgeschlagene Ingenieure: Dipl.-Ing. Johann Grad und Christian Vogel (Architekt)

Die Geh- und Radwegbrücke über die Altmühl im bayerischen Eichstätt überzeugt durch ihre zurückhaltende Eleganz. Damit zeigt das anmutige Bauwerk, dass auch aus kleinen Bauaufgaben durch innovative Ideen und konsequente Durchgestaltung konstruktiv wegweisende Bauwerke entstehen können.
Begründung der Jury

 

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Hafenbrücke Bremerhaven
Vorgeschlagener Ingenieur: Dr.-Ing. Ulrich Jäppelt

Die neue Brücke verbindet nicht nur die Stadt Bremerhaven mit den Sehenswürdigkeiten am Alten Hafen, die gläserne Stahl- und Glasröhre entpuppt sich zugleich als begeh- und drehbare Skulptur. Besonders gelungen ist dabei die stimmige Verknüpfung von Maschinentechnik und Baukonstruktion. So werden die Drehbewegungen zum Öffnen des Bauwerks für Schiffsdurchfahrten zum Erlebnis für Anwohner und Besucher.
Begründung der Jury

 

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Fußgängerbrücke im Stadthafen Sassnitz
Vorgeschlagene Ingenieure: Prof. Dr. sc. techn. Mike Schlaich / Dipl.-Ing. Andreas Keil 

Die neue Fußgängerbrücke im Stadthafen Sassnitz – Balkon zum Meer – überzeugt durch die gelungene Kombination von Form und Funktion. Durch Optimierung der Konstruktion entstand eine effiziente Tragwirkung, die zu einer extremen Schlankheit des Überbaus führt. Mit ihrem weit gespannten, kühnen Schwung über 22 m Höhenunterschied hinweg erfreut die neue Brücke Betrachter wie Benutzer.
Begründung der Jury

 

Ausgezeichnet werden die Bauwerke sowie die Ingenieure, die an verantwortlicher Stelle wesentlichen Anteil am Entstehen der Brücke hatten. Allerdings müssen die Preisträger noch ein wenig warten, denn die Bekanntgabe der Gewinner wird bis zur Preisverleihung geheim gehalten – also Spannung pur.
Die feierliche Übergabe des „Deutschen Brückenbaupreises 2010“ findet am 15. März 2010 in Dresden mit mehr als 1.000 Gästen statt, darunter der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Dr. Peter Ramsauer und der Vorstandsvorsitzende der DB AG Dr. Rüdiger Grube. Das Bundesministerium fördert den Preis im Rahmen der Initiative Baukultur und hat erneut die Schirmherrschaft übernommen. Hauptsponsor ist auch 2010 die DB AG.

Brücken verbinden – und sind ein unentbehrlicher Teil unserer Baukultur. Die sechs nomi-nierten Brücken des aktuellen Deutschen Brückenbaupreises zeigen innovative Höchstleis-tungen und ästhetische Eleganz im besten Sinne. Auch in diesem Jahr tritt der Deutsche Brückenbaupreis wieder den Beweis an, dass Ingenieure einen wesentlichen Beitrag zur Baukultur in Deutschland leisten. Der Brückenbaupreis wird seit 2006 alle zwei Jahre vergeben.