Die Jury nominierte sechs Brücken für den Deutschen Brückenbaupreis 2014 – Bauwerke in Berlin, Hamburg, Thüringen, in der Oberpfalz, Backnang und Bamberg gehören zu den landesweit schönsten Brücken.
Sechs herausragende Brücken waren in der engeren Auswahl für den Deutschen Brückenbaupreis 2014. Jeweils drei Bauwerke aus den Kategorien „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ sowie „Fuß- und Radwegbrücken“ wurden aus insgesamt 37 Wettbewerbsbeiträgen der Jury ausgewählt.
Kategorie „Straßen- und Eisenbahnbrücken“
Hochbahnviadukt der U-Bahnlinie 2 in Berlin, Prenzlauer Berg
Die Instandsetzung des 1,7 km langen, denkmalgeschützten Stahlviadukts ist ein vorbildliches Beispiel für die Erhaltung und Ertüchtigung stark beanspruchter Bestandsbauwerke. Dank großartiger Ingenieurleistungen ist es dabei gelungen, das schon seinerzeit hervorragende Bauwerk im innerstädtischen Bereich mit innovativen Methoden funktional und ästhetisch tauglich für das 21. Jahrhundert zu machen.
Nominierte Ingenieure: Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz, Dr.-Ing. Michael Fischer
Baakenhafenbrücke in der Hamburger Hafencity
„Die Baakenhafenbrücke ist eine elegante ‚langsame‘ Brücke, die zum Verweilen einlädt“, wie die Jury befand. „Die 170 m lange Verbindung zweier neu geplanter Wohngebiete hat das Potenzial, innerstädtische Landmarke zu werden. Das integrierte Aushubelement ist eine völlig neue Idee.“ Die Baakenhafenbrücke sei damit weltweit die einzige ‚minimal bewegliche‘ Konstruktion.
Nominierte Ingenieure: BSe CEng Paul Rogers Dipl.-Ing. Henning Liebig
Gänsebachtalbrücke bei Buttstädt in Thüringen
„Die integrale Bahnbrücke für den Hochgeschwindigkeitsverkehr besticht durch ihren ästhetischen Stützenrhythmus“, lobt die Jury das insgesamt 1.001 m lange, zurückhaltend in das flache Gänsebachtal eingefügte Bauwerk. „Entstanden ist ein extrem günstiges Stahlbetonbauwerk, schlank und innovativ.“
Nominierter Ingenieur: Prof. em. Dr.-Ing., Drs. h.c. Jörg Schlaich
Kategorie Fuß- und Radwegbrücken
Max-Gleißner-Brücke, Tirschenreuth in der Oberpfalz
„Wie eine begehbare Holzskulptur quert die Spannbandkonstruktion den 75 m breiten neuen Stadtteich. Dabei ist eine leichtere Konstruktion kaum denkbar, auch jeder Laie versteht bei dieser Brücke den Kraftfluss. Eine Vollholzkonstruktion der besonderen Art,“ so die Jury.
Nominierte Ingenieure: Dipl.-Ing. Wolfgang Strobl, Dipl.-Ing. Moritz Schloten
Bleichwiesensteg Backnang bei Stuttgart
„Die moderne Stahlkonstruktion über die Murr ist ein hocheleganter Brückenschlag zwischen modernem Wohngebiet und historischem Stiftshof. Die von Geländerseilen durchzogene Aussparung in der Mitte des Stahlhohlkastens verleiht dem Bauwerk Leichtigkeit und Prägnanz.“
Nominierter Ingenieur: Dipl.-Ing. Andreas Keil
Erba-Steg, Bamberg
„Die filigrane Anbindung der Erba-Halbinsel an die Bamberger Altstadt ist die überzeugend gelungene Nachnutzung einer zunächst nur temporär benötigten Baubehelfsbrücke. Umgesetzt wurde diese ungewöhnliche Idee eines Bauwerks für zwei Einsatzorte als filigrane Stahlkonstruktion – ressourcenschonend und nahezu wartungsfrei“, lobt die Jury.
Nominierte Ingenieure: Dipl.-Ing. Johann Grad († 2013), Dipl.-Ing. Matthias Dietz, Architekt